Errichtung Salzwasserbatterie

Innovative Anlage: Stefan Heiß, Ingo Wucherer, Bgm. Heinz Kofler, Elisabeth Steinlechner, BH Markus Maaß sowie Maria und Toni Heiß (v.l.).

Mit der innovativen Photovoltaikanlage samt Salzwasser-Batteriespeicher im Prutzer Autohaus Heiß werden jährlich 10.000 Kilogramm CO2-Ausstoß verhindert.

Leuchtturmprojekt im Tiroler Oberland

In Sachen Stromrechnung kann Toni heiß, Chef des gleichnamigen Autohauses in Prutz, künftig ruhiger schlafen. Mit einer 111 Quadratmeter großen Kollektorenfläche auf dem Dach und der Fassade seines Betriebsgebäudes produziert er Ökostrom. An sich ist solche eine Photovoltaikanlage in unseren Breiten nichts mehr Besonders. Die Innovation liegt aber darin, dass Heiß die erzeugte Energie speichern kann. Dafür wurde der erste Salzwasser-Batteriespeicher im Tiroler Oberland aufgestellt.

Begeistert bei der Präsentation vergangenen Donnerstag zeigten sich auch BH Markus Maaß und Bgm. Heinz Kofler. "Mit der erneuerbaren Energie sind wir auf einem guten Weg. Jeder kann im auch kleinen etwas dazu beitragen, dass die Klimaziele erreicht werden", verwies der Bezirkshauptmann. Für Den Prutzer Dorfchef ist dies ein Lechttumrprojekt in seiner Gemeinde.

3.000 Euro Ersparnis bei Stromkosten

"Die 67 Module der Kollektorenfläche wurden ideal verteilt, da der Betrieb unter Tag die größte Stromnutzung hat. Der erzeugte Strom geht zum Verbrauch zu erst in das Gebäude, dann in den Speicher und wenn dieser voll ist ins Netz. Wenn die Photovoltaikanlage keine Strom erzeugt, dann kommt er aus der Batterie. Diese diese ist auch für Notstrom ausgelegt", erläuterte Experte Ingo Wucherer. Die vor wenigen Jahren entwickelte Speichertechnologie gilt derzeit als sicher und umweltfreundlich. "Der Salzwasserspeicher ist 100 Prozent ökologisch, komplett wartungsfrei und hat die höchste Sicherheitsstufe, da er nicht brennbar ist. Man könnte das Salzwasser sogar trinken", so der Energieexperte. Mit der neuen Anlage schafft das Autohaus Heiß einen Unabhängigkeitsgrad von 80 Prozent. Bei bisherigen jährlichen Stromkosten von 7.000 Euro erspart sich der Betrieb 3.000 Euro. "Rund 40 Prozent des Strombedarfs werden damit abgedeckt und 10.000 Kilogramm CO2-Ausstoß pro Jahr verhindert", rechnete Wucherer vor. Abzüglich der Förderung amortisiere sich die Gesamtinvestition von 70.000 Euro nach sieben bis zehn Jahren. In 20 bis 25 Jahren schrumpfe die Speicherleistung der Batterie allerdings auf 70 Prozent.

Know-how in der Region aufgebaut

Umgesetzt wurde das innovative Projekt im Rahmen des regionalwirtschaftliches Förderprogramm (RWP) Oberes und Oberstes Gericht. Elisabeth Steinlechner (Regionalmanagement regioL) und RWP-Geschäftsführer Gerald Jochum erläuterten, dass der Salzwasse-Batteriespeicher mit 70 Prozent und die Photovoltaikanlage mit 25 Prozent gefördert wurden. "Wir fördern hier aber nur Eigenverbrauchsanlagen, wo soviel wie möglich des erzeugten Stroms im eigenen Gebäude verbraucht wird. Dies ist der erste Salzwasserspeicher aus dem Förderprogramm und solch eine Investition ist für alle mittelständischen Betrieb sinnvoll", so Steinlechner.

Im Rahmen des Sonderförderprogramms sei auch der Aufbau von Know-how in der Region wichtig. "Wir haben vor fünf Jahren mit der Ausbildung des lokalen Handwerks gestartet. Die Förderung hat nun gezeigt dass es in Schwung gekommen ist", betonte RWPGeschäftsführer Jochum. Bevor aber eine Förderentscheidung getroffen wird, werde das Projekt samt Verbrauch simuliert. Zudem wird Vorfeld einen Beratungsprozess angeboten.